Geschichte

Seidl-Muehle_Ismaning_Geschichte-Anlage

Bildnachweis: Gemeinde Ismaning.

Über Jahrhunderte versorgte der Seebach Ismaning mit Energie. Die Wasserräder trieben Mühlen und Maschinen an. Schon vor mehr als achthundert Jahren gab es hier zwei Mühlen. 1663 errichtete Balthasar Schleibinger bei der Insel im Seebach die zweite, wohl kriegszerstörte Mühle neu. Das Anwesen, „Mühlhauser“ genannt, entwickelte sich gut und war um 1800 schon viel größer als die Mühle am Kirchplatz.

Bis 1790 blieb die Mühle im Besitz der Familie Schleibinger, danach wechselten die Besitzer mehrmals. 1858 kauften Johann Baptist Seidl und seine Frau Barbara, beide aus Ziegelei-Familien des Münchner Ostens stammend, das Anwesen samt Landwirtschaft, Getreide- und Sägemühlrecht. Jahrzehntelang blühte das Geschäft und die Familie genoss hohes Ansehen. Der Hausname wechselte in „Seidl-Mühle“. 1898 wurde die Mühle am Kirchplatz nach einem Brand aufgegeben. Johann Seidl, Enkel des Johann Baptist Seidl, war nun der einzige Müller im Ort.

1905 brannte das Gut nach einem Blitzschlag ab. Zwischen 1906 und 1913 wurde die Anlage als Dreiseithof nach dem neuesten Stand der Technik wieder aufgebaut. Bis in die Nachkriegszeit bewirtschaftete die Familie Seidl den Hof und die Mühlen erfolgreich. Doch ab Mitte der 1950er Jahre gingen die Geschäfte schlechter. Die Landwirtschaft wurde verpachtet, der Mühlenbetrieb lief aus. In der Säge wurden nur noch kleinere Aufträge ausgeführt, bis man schließlich den Betrieb gänzlich einstellte und das Gelände sich selbst überlassen blieb. 2002 konnte die Gemeinde Ismaning das Anwesen erwerben, 2009 wurde das Kultur- und Bildungszentrum Seidl-Mühle eingeweiht.

Die Geschichte der Seidl-Mühle können Sie sich auch herunterladen.